Kinoprogramm
Im Land der verbotenen Kinder

Im Land der verbotenen Kinder

27./28./29.01. // 01.02. jeweils 18.00 Uhr

 

Der Dokumentarfilm «Im Land der verbotenen Kinder» beleuchtet ein dunkles, bislang wenig bekanntes Kapitel der Schweizer Ausländerpolitik: die oft grausamen Folgen des Saisonnier-Statutes, welches eine «Apartheid nach Schweizer Art» geschaffen hat.

Bis 2002, als die Personenfreizügigkeit in Kraft trat, mussten je nach Schätzung zwischen 15'000 und 50'000 Kinder von Saisonniers in der Schweiz im Untergrund leben. Weil Gastarbeitern der Familiennachzug in den ersten Jahren untersagt war, sie die Trennung jedoch nicht aushielten, holten viele ihre Kinder heimlich zu sich. Diese lebten im Versteckten, mussten drinnen bleiben, während Gleichaltrige draussen spielten, durften nicht zur Schule - und waren nicht krankenversichert. Nicht selten wurde die Fremdenpolizei durch Hinweise aus der Nachbarschaft auf solche Kinder aufmerksam, was ihren Landesverweis zur Folge haben konnte. Rund 500'000 weitere Saisonnier-Kinder - so die neusten Berechnungen - wurden bei Verwandten in ihren Herkunftsländern untergebracht oder bei Pflegefamilien in der Schweiz und in Heimen im grenznahen Italien. Für viele Betroffene - Kinder und Eltern - war die Isolation und Trennung eine traumatische Erfahrung, über die sie lange nicht sprachen und die das Verhältnis in den Familien stark belastete. 20 Jahre nach Aufhebung des Saisonnier-Statutes - ist die Zeit des Schweigens vorbei: Anfang Oktober Jahres 2021 gründeten Betroffene einen Verein und fordern politische und gesellschaftliche Anerkennung für das verursachte Leid. Und zum ersten Mal reden nun Opfer auch in einem Dokfilm über ihre schmerzlichen Erfahrungen.

 

Stimmen zum Film:

«Ein wichtiger, ebenso berührender wie aufwühlender Film» (Regina Grüter in der «Luzerner Zeitung»)

«Was für ein unglaublich starker und berührender Dokumentarfilm» (SP-Regierungsratskandidatin Ylfete Fanaj)

«Ein starker, notwendiger Film über die grausamen Folgen der Schweizer Migrationspolitik für die Kinder» (Rolf Wespe, Journalist)

«Ein grossartiger Dok, berührend, aber nicht anklagend» (Gisela Widmer, Schriftstellerin)

«Ein Film, der schmerzhaft bewegt. Sehr empfehlenswert.» (Diego Yanez, ex-Chefredaktor SRF)

 

Autoren:
Jörg Huwyler, lic. phil. I, aus Luzern, arbeitete während 10 Jahren als Redaktor/Reporter für Fernsehen SRF und 3sat (10vor10, Schweiz Aktuell, Tagesschau, Zentralschweizer Korrespondent, Kulturzeit, Schweizweit etc.). Seit 2009 ist er als freier Filmer tätig und hat seither zahlreiche Dokumentationen und Dokfilme realisiert. Der Kinodokfilm „Nach dem Sturm“ (mit Ko-Auto Beat Bieri) wurde 2021 mit einem Innerschweizer Filmpreis ausgezeichnet.

Beat Bieri aus Luzern, wirkte 25 Jahre als Redaktor und Filmemacher für das Schweizer Fernsehen und hat für dieses rund 50 Dokfilme realisiert. Seit April 2018 arbeitet er als freier Filmemacher mit der eigenen Filmproduktionsfirma Lindenfilm GmbH. Mehrere seiner Filme wurden (auch international) ausgezeichnet. 2021 wurde ihm der Kunst- und Kulturpreis der Stadt Luzern verliehen.

 

Weitere Informationen

Land / Jahr:
Schweiz 2023
Genre:
Dokumentation
Dauer:
80 Minuten
Altersfreigabe:
6 Jahre
Hauptdarsteller:
Ein Film von Jörg Huwyler und Beat Bieri
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